abt. incentivize data-driven ereignishorizonte

Je näher sich zwei Schriftsteller sind, desto wahrscheinlicher ist eine Überschneidung bei der Leserschaft. kool. das kannte ich noch nicht.

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mr1

wtf ist vonnegut. bildenslücke?

naters, kracht, lager, nickel. goldt.
goldt max, den hab ich lange nicht gelesen.
ich fand ihn einmal gut.
dann fand ich ihn langweilig. seine witzart hat mich nich mehr angemacht. das war so, als ob ich immer wusste, was als näxstes kommt, beim lesen. das ist schön, wenn man das beziehungstechnisch betrachtet, wegen vertrautheitsgefühl, und man versteht sich, ohne dass jemand was sagen muss. das ist vielleicht schön aber es endet meistens in einem beziehungspuff, wo man sich um die beziehungshygiene kümmert. wo erst fremde einen klarmachen, dass sex nicht alles ist und dass zuhause am besten schmeckts. ein buch muss mich irritieren. ein mensch auch, wenn ich mich beziehungs verhältnistechnisch drauf einlasse.

wenn ich sage: das irritiert mich, dann meine ich: das interessiert mich. ich fange am mich damit zu beschäftigen, weil irritationen sich im kopf mit so einem widerhaken an die hirn-innenlappen festkrallen. man will es verstehen. mit betonung auf WILL.

wollen vs habenwollen

und wenn ein mensch richtig gut im irritieren ist, den wird man nie verstehen. können sich menschen wirklich verstehen? ich sehe das so:

die menschen teilen sich mit. millionen, in eine molekülenwolke umhüllte informationen, werden in die luft freigesetzt und wer grade da ist, der atmet das ein. nicht alles. ein teil. er versteht diesen teil. es ist unmöglich, die ganze bunte palette an molekülen an einen anderen menschen zu übertragen, weil dazu ist gar keine zeit. dazu müssten die menschen millionen von stunden am runden tisch sitzen und genaust erklären, was sie meinen, in welcher farbe, welche konsistenz, welcher intensität grad, von welchen betrachtungspunkt aus gesehen. usw. man gibt umrisse mit, die sich der gegenübermensch selbst ausmalt. mit farben füllt, weil rot ist nicht gleich rot, mit betrachtungswinkel, wegen: alles frage der richtigen perspektive usw.

gestern hatte ich was neues von goldt in der hand und zwar "die kunst des an der seite vorbeigehens" oder ähnlich und einmal durchgeblättert. ne, max goldt zieht nich mehr. ist ein bißschen opa witz. charmanter opa mit "scharfen beobachtungssinn". inspiriert mich nich mehr.

oder bret e.ellis <-- hat mich bisher nicht angemacht. ich gehe immer wieder in die bücherei und blätter da bißschen rum, aber es spricht mich nicht an.

worte müssen mich ansprechen. anmachen. ich muss drauf reinfallen. verfallen. fläshen von mir aus. IRRITIEREN. so ein verliebter zustand. allein wegen worte. ich muss die melodie aufschnappen und sie mir im kopf summen. die worte müssen nicht zuerst eingeordnet werden, sondern sie fliessen rein, eine unordnung die keine ist. sie füllen mein kopf mit segmenten, segment für segment. molekül für molekül. und da ist immer platz für mehr. mein kopf wird nie voll. viellelicht ist da ein schwarzes loch, wie die schwarze löcher im universum, wo angeblich UFO`s wohnen. Die Anziehungskraft in der Nähe eines Schwarzen Loches ist so hoch, dass die Fluchtgeschwindigkeit, die ein Körper aufbringen müsste, um das Gravitationsfeld dieses Objekts zu überwinden, größer als die Lichtgeschwindigkeit wäre. Laut der speziellen Relativitätstheorie ist das Überschreiten der Vakuumlichtgeschwindigkeit nicht möglich. Das bedeutet, dass nichts, also auch kein Licht, das Gravitationsfeld dieses Objekts überwinden kann. ausser die segmente in meinem kopf. so muss es sein.

was ich noch loswerden wollte:

ich bin eh ein chicago hopes fan
als ein emergency -room fan.

abt. scooby-snax-longtellstory

ich bin eh ein weitermacher-typ, wenn probleme kommen
als
ein aufgeber-typ, wenn probleme kommen.

es kommt nur auf die probleme drauf an. wenn die probleme lösbar sind, versuche ich eine lösung zu finden. wenn die probleme unlösbar sind, dann besteht die weitermacher-kunst darin, abzuschliessen und woanders weiterzumachen.
weil- weitermachen muss man immer. auch wenn man auf der einsamen insel landet, und scheinbar nichts passiert, muss man weitermachen.

und wenn der lieblingskäse aus dem supermarkt verschwunden ist, dann ist er verschwunden. jammern hilft jetz nicht weiter. man muss eben weitermachen ohne lieblingskäse.

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in der bahn einen jungen gesehen. zwei meter groß, haare ohne haar-schnitt, lecker halt. so ein dj-art. dj mit herz. so ein dj mit herz, der anderen die herzen bricht.
der junge holte seinen mp3sonyericsson handy raus.

- hey du, wie gehts? was machst du heute abend noch? hast du was vor? wie lange? ich brauche da jemanden der mir bei dem steuerausgleich hilft..

kann mal jeden passieren, nicht jeder hat da ahnung von lohnsteuerausgleich aber der junge hat die nummer so circa zwanzig mal abgezogen, mit zwanzig unterschiedlichen personen, die keine lust hatten, ihm zu helfen. ein loser also. abt. woran erkennst du dass du keien freunde mehr hast?

mem-o-mat ein:

seit dem ich auf deutsch-denken kann, hab ich lohnsteuerausgleiche beim finanzamt gemacht. das erste mal, knallten mir meine eltern die hellgrünen formulare auf den tisch als ich grade fünfzehn war und sagten ich sei so klug, ich soll das bitte machen. so geht es wundern-kindern. es sind keine hohe erwartungen, es sind befehle. man erwartet nicht mehr, man geht davon aus. leider war ich schon immer ein hochstapler-wunderkind, und ich konnte zu dem zeitpunkt genauso gut deutsch wie meine eltern. nämlich gar nicht. aber ein hochstapler muss seinen ruf verteidigen, das leben als hochstapler ist zwar manchmal etwas anstrengend, aber es hat auch seine gute seiten.

also nahm ich die papiere an mich, ging in mein jugendzimmer, sperrte die tür zu, machte radio und tv an, laut, holte langscheidt-duden aus dem bücherregal und fing an, den ausgleich zu machen. war etwas anstrengend, wegen diverse kopien machen, irgendwelche bestätigungen sich zuschicken lassen aber ich habs irgendwie fertig gemacht. und ich schwor mir a) nie einen job auszu-üben in der zukunft, der mit buchhaltung zu tun hat und b) sowas nie wieder zu machen.

paar monate später, kamen mehrere tausend de-mark aufs elternliche girokonto. ich bekam viel lob, mir wurde auf die schulter geklopft, mir wurde sehr oft gesagt, wie stolz sie alle auf mich sind, mein vater sagte das ist mein mädchen!!! und meine mutter sagte du warst schon immer was besonderes. na ja, es waren auch zwanzig tausend mark, die rauskammen, angeblich dank mir. ich war da auch schons elber etwas stolz auf mich. und ich habe nicht damit gespaart, den eltern zu erzählen, dass ich paar geheime trix rausgefunden habe und dass vermutlich sich das finanzamt ein wenig geirrt hat. aber dank mir und meinen tollen trix, die supertrix der wunder tochter, dank meiner enetellegenddz haben wir soviel geld vom staat zurückbekommen. die üblichen hochstapler-rulez.

aber hochstapler-wunderkinder müssen auch mit den B seiten des lebens rechnen. meine eltern erzählten nämlich gerne jedem besuch darüber, wie klug ihre tochter ist. in der regel machte jedes besuch immer "gähn" wenn sie anfingen meine zeugnisse rauszuholen, aber diesmal war alles anders. innerhalb eines jahres machte ich dann ca 20 weitere lohnsteuerausgleiche, alles für menschen die a) kein deutsch konnten und b) keine ahnung hatten was ich da gemacht habe. freundschaftsdienste meiner eltern an irgendwelche menschen, die es gut mit dem gott meinen. alle menschen die gut mit dem gott meinen, bekommen einen vertrauensbonus meiner mutter. da muss man helfen. man bekommt ja alles zurück. irgendwann mal. die liebe.

von den leuten bekam ich aber immer ein bißschen kleingeld.

von meinen eltern bekam ich nie was. ich nahm mir immer das geld selber aus dem geldbeutel, wenn ich was wollte. falls du was willst, nimmst dir einfach. bei uns daheim gab es kein taschengeld oder ähnliches. war mir auch egal. wenn ich mehr als ein bißschen kleingeld wollte, hab ich mir das geld von der bank geholt.

ich schrieb an die kreisssparkasse folgenden brief:

sehr geehrte/r bankbearbeiter

hiermit beauftrage ich ( ausweis nr meiner mutter) meine tocher neuro ( ausweis nr von mir), von dem giro konto nr sounsos blz soundso, 1000 ( in wort: ein tausend) d-mark abzuheben.

hochachtunsgvoll

mutter neuro

( datum) (unterschrift)
.

damit ging ich an den schalter, wo ich lügengeschichten erzählte, zb meine mutter ist sehr krank, kann nich vorbei kommen oder: meine eltern sind im urlaub und brauchen dringend das geld, das ich ihnen per postanweisung zuschicken muss. da ich bereits über 14 war, und sehr vetrauensvolles gesicht hatte, unschuldige rehaugen, keine schmutzige kleidung und sogar einen ausweis dabei, war das kein problem. ich bekam jedesmal meine auszahlung und ging danach shoppen. manchmal hab ich das geld für interne projkete eingespart wie zB:
- kurzurlaub ( eltern denken schulausflug) ( in wirklichkeit eine woche alleine im hotel in irgendeiner großen stadt)
- utensillien kaufen für bilder malen, wo es damals keine bespannten leinenrahmen gabs, da musste man alles selber basteln und das war teuer.


das mit der unterschrift war kein problem. ich fälschte die unterschrift meiner mutter schon seit dem ich nicht nur deutsch, zurückdenken kann. ich musste immer dinge unterschreiben, zb entschuldigungen für den sport-unterricht. oder gefälschte krankmeldungen. und und und. ausserdem hab ich auch die finanzamt-ausgleich formulare unterschrieben. meine gefälschte unterschrift war perfekter, als das labile original meiner mutter.

ob da ein tausender auf dem giro-konto gefehlt hat oder nicht, das hat keinen interessiert. meine eltern waren da nicht so. die hatten kein plan. null plan. hauptsache war zu essen daheim und die karte spuckte bei bedarf bares. ab und zu was für die kirche gespendet. also es fiel wirklich nicht auf, deshalb fand ich das auch nicht kriminell.

ich hätte auch bei den eltern ums geld betteln können, aber das war not mein style. das hab ich mal gemacht, weil im geldbeuteln nur kleingeld zu finden war, da kamen sie auf die idee, mich über drogen aufzuklären. und über verhütung und so sachen. da haben sie wohl kurz davor zuviel ferngesehen. das hat mir gereicht. mir gefiel die wunderkind-melodie besser, obwohl ich es niedlich fand, dass sich meine eltern scheinbar/theoretisch/temporär sorgen gemacht haben.

heute kann man mit der fähigkeit, die unterschriften zu fälschen, kein geschäft mehr machen. mit so pin zahl erraten hab ich nich so. nicht mein talent. theoretisch ist das schade, praktisch egal, weil ich`s nich mehr nötig habe.

ich weiss noch ganz genau wie die zuständige bankkauffrau von der kreis-sparkasse aussieht. die hab ich vor kurzem gesehen, arbeitet immer noch da und ist zu abteilungsleiterin aufgestiegen. sieht immer noch so aus wie früher, immer noch die gleiche frisör, die gleichen klamotten, immer noch der gleiche damenoberlippenbart.

die hab ich damals fertig gemacht. psychologisch geknackt. ich habe zuerst, über einen längeren zeitraum, die bank aus dem hinterhalt beobachtet. dann eine strategie entwickelt die war so: erst dann in aktion tretten, wenn es
a) sehr viel los war
b) gerade schalter-mitarbeiter wexel war mit kassen-übergabe, oder
c) die zuständige mitarbeiterin für kunden F_bis_M ( die damenoberlippenbart-tussi) im stress war.

das hat lange zeit, prima funktioniert, aber ich merkte, die F_bis_M, mochte mich nicht. wahrscheinlich dachte sie: ah du scheisse, nicht die kleine kakaerlake wieder. und irgendwann mal hat mein bisher fast perfekter plan ein sahenhäubschen gebraucht.

und das sahnehäubschen war meine mutter.

ich überredete meine mutter dazu, mal in die bank zu gehen, um über sparbücher zu reden. wie man sie anlegen kann. oder um sich über sowas wie vermögenswirksame leistungen zu informieren, etwas was die in der bank bis heute einem andrehen wollen verschenken sie dem staat kein geld. also ging ich mit meiner mutter in die bank. wir gingen zu der F_bis_M und ich lass meine mutter reden.

leider konnte meine mutter kein deustch. das kann sie auch jetz nich so. ich hab zuerst die F_bis_M scharf gemacht mit "meine mutter will sich über diese vermögenswirksame leistungen informieren", und sie biß an. dann hab ich der F_bis_M gesagt, meine mutter möchte sich dafür bedanken, dass ich das geld abheben kann, in notfall situationen und sie sagte das ist aber nur ausnammsweise und meine mutter, die nix kapiert hat, sie nickte nur so mit dem kopf und sagte immer danke schön weil sie das für höfflich hält, den leuten immer unaufgefordert danke schön zu sagen. natürlich hab ich meiner mutter simultan totale andere dinge erzählt, aber ich hatte ein gutes gefühl dabei.

so hat sich die F_bis_M an mich wie an ihr eigenes kind dran gewöhnt und ich hatte freie hand. irgendwann mal hab ich dieses vermögenswirksame scheiss unterschrieben (statt meine mutter) und alle waren glücklich. später hab ich das natürlich wieder aufgelöst und kassierte das geld ab.


so war das damals.

mem-o-mat aus.
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